Das Lehren von Vokabeln muss keine separate „Vokabelstunde“ sein. In gut organisierten Lesekursen wird der Wortschatz im Moment des– wenn die Lernenden das Wort tatsächlich benötigen, um die Geschichte zu verstehen.
In diesem Fortbildungsartikel analysieren wir einen kurzen Auszug aus einer realen Lesestunde („Alia und der Möbeltroll“) und leiten die effektivsten Methoden zur Vokabelvermittlung heraus. Sie erhalten außerdem konkrete Anregungen, die Sie sofort in Ihren eigenen Englischunterricht einbauen können.
In der Geschichte werden Kunden gewarnt, ein Kaufhaus zu verlassen, weil ein Troll Menschen in Möbelstücke verwandelt. Die Lehrkraft unterbricht das Vorlesen, um Vokabeln zu erklären, die das Verständnis behindern – überprüft dann das Verständnis und fährt nahtlos mit der Geschichte fort.
Dies ist ein gutes Modell, um Vokabeln im Kontext während des angeleiteten Lesens zu vermitteln.
Nachfolgend sind die wichtigsten vermittelten Begriffe und die angewandten Lehrmethoden aufgeführt.
Vorgehensweise der Lehrkraft:
Die Lehrkraft gibt eine kindgerechte Bedeutung wieder und paraphrasiert sie sofort:
„Sofort bedeutet jetzt. Tu es jetzt, in dieser Sekunde.“
„Jetzt gehen ist dasselbe wie sofort gehen.“
Dann fügt die Lehrkraft ein nachvollziehbares Beispiel hinzu, das mit dem Leben des Schülers zusammenhängt:
„Wenn Amanda von der Schule nach Hause kommt, macht sie sofort ihre Hausaufgaben.“
✅ Warum es funktioniert:
Diese Methode macht Wörter konkret und einprägsam. Sie verläuft von der Bedeutung über die Paraphrasierung bis hin zum Beispiel aus dem Alltag, was ideal für junge Lernende ist.
Vorgehensweise der Lehrkraft:
Die Lehrkraft erklärt das Wort anhand des Kontextes (ein Kaufhaus):
„Ein Lautsprecher ist ein Lautsprecher an der Decke… ‚Achtung, Kunden!‘“
Anschließend überprüft der Lehrer das Verständnis mithilfe einer CCQ (Concept Checking Question):
„Haben Sie einen Lautsprecher in Ihrem Klassenzimmer?“
✅ Warum es funktioniert:
Anstatt zu fragen „Hast du das verstanden?“, stellt die Lehrkraft eine Frage, die den Schüler dazu anregt, den Sinn mit einer vertrauten Umgebung zu verknüpfen. Das ist eine wesentlich zuverlässigere Methode, das Verständnis zu überprüfen.
Lehreransatz:
Der Lehrer vereinfacht und vermittelt eine verhaltensbasierte Bedeutung:
„Ordentlich bedeutet in Ordnung.“
„Hinterlasse Ordnung, nicht Unordnung.“
„Nicht drängeln, nicht rennen, nicht schubsen.“
✅ Warum es funktioniert:
Abstrakte Ausdrücke werden verständlich, wenn die Lehrkraft sie in konkrete Handlungen umsetzt. Die Lernenden können sich vorstellen , wie „ordnungsgemäßes Verhalten“ aussieht.
Vorgehensweise der Lehrkraft:
Die Lehrkraft bemerkt Ausspracheschwierigkeiten und übt die Form:
„Sicherheit… Sicherheit… Wachmann.“
Anschließend verdeutlicht der Lehrer die Bedeutung anhand einer Analogie:
„Es ist wie die Polizei, nur dass die Polizei für ein einzelnes Gebäude zuständig ist.“
Anschließend personalisiert die Lehrkraft das Konzept durch Fragen:
„Gibt es in Ihrem Wohnhaus einen Sicherheitsdienst?“
„Wo haben Sie einen Wachmann gesehen?“
✅ Warum es funktioniert:
Dies ist eine hervorragende Integration von Form, Bedeutung und Verwendung:
Aussprachehilfe stärkt das Selbstvertrauen
Analogien schaffen schnell Bedeutung
Personalisierung stärkt die Kundenbindung
Vorgehensweise der Lehrkraft:
Die Lehrkraft erfragt zunächst die Bedeutung:
„Was könnte Ihrer Meinung nach ‚aufgeschlagen‘ bedeuten?“
Der Schüler versucht, etwas zu deuten („hektisch… greifen“), und der Lehrer reagiert positiv:
„Schön… mir gefällt Ihre Verwendung von ‚hektisch‘.“
Dann formuliert der Lehrer es korrekt um:
„Wenn wir jemanden wegbringen, geht das schnell, zügig. Sie packten sie und schoben sie zur Tür.“
✅ Warum es funktioniert:
Dies fördert die Lernautonomie. Der Schüler übt das Schlussfolgern, und der Lehrer verbessert die Genauigkeit durch unterstützende Umformulierung anstatt durch direkte Korrektur.
Hier sind die herausragenden Lehrverhaltensweisen, die es wert sind, nachgeahmt zu werden.
Die Lehrkraft unterbricht den Unterricht nicht, um willkürliche Wörter einzuführen. Vokabeltraining findet statt, wenn ein Wort das Verständnis behindert.
Bewährte Vorgehensweise: „Besonders wichtige“ Vokabeln sollten direkt im Anschluss vermittelt werden.
Fragen wie:
„Haben Sie einen Lautsprecher in Ihrem Klassenzimmer?“
„Wo haben Sie einen Wachmann gesehen?“
…die Lernenden dazu zwingen, Bedeutung anzuwenden, anstatt einfach nur Ja zu sagen.
Bewährte Vorgehensweise: Verwenden Sie CCQs, die einen Bezug zwischen Bedeutung und realem Leben herstellen.
Wenn die Antwort des Schülers unvollständig ist, würdigt der Lehrer die Bemühungen und formuliert die Frage neu:
Student: „hektisch… greifen“
Lehrer: „Schnell, rasch… packte sie und stieß sie…“
Bewährte Vorgehensweise: Akzeptiere zunächst eine Teilbedeutung und optimiere dann die Sprache.
Der Wortschatzunterricht umfasste nicht nur Definitionen. Die Lehrkraft unterstützte:
Aussprache (Sicherheit)
Bedeutung (Analogie)
Verwendung (Kontext und Beispiele)
Bewährte Methode: Vokabeln als Gesamtpaket vermitteln: Form, Bedeutung, Verwendung.
Die Lehrerin stellt immer wieder Verbindungen zwischen dem Vokabular und der Lebenswelt der Schüler her:
Hausaufgaben
Schulmitteilungen
Einkaufszentren
Bewährte Vorgehensweise: Persönliche Beispiele schaffen eine stärkere Erinnerung und Motivation.
Wenn Sie Vokabeln effektiv beim Lesen vermitteln möchten, versuchen Sie es mit dieser einfachen Checkliste:
✅ Wörter nur dann lehren, wenn sie das Verständnis behindern
✅ Erklären Sie es in einer für Schüler verständlichen Sprache
✅ Sofort paraphrasieren
✅ Stellen Sie CCQs statt „Verstehen Sie?“
✅ Bedeutung erfragen, bevor man erklärt (wenn möglich)
✅ Die Sprache durch eine behutsame Umformulierung verbessern
✅ An die realen Lebenswelten der Lernenden anpassen
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